Es ist Sommer. Die meisten Leute verbinden das mit Urlaub, Strand und Fernweh. Wir nicht! Wir möchten endlich wieder an die Ostseeküste und die eine oder andere auf die Schuppen legen. Auch wenn der Sommer nicht grad bei jedem Meerforellenangler Jubelstürme auslöst, wollen wir es trotzdem versuchen. Wir suchten uns einen Strand mit einem weitläufigen Riff aus, an dem wir relativ schnell tiefes Wasser erreichen. Am späten Nachmittag erreichten Andree, Paddy Marc und ich den Strand. Aber irgendwie waren wir nicht so recht überzeugt. Die Wassertemperatur lag bei knapp 22 Grad. Andree und Paddy schlüpften trotzdem in ihre Watklamotten und versuchten ihr Glück. Marc und ich zogen es vor alles ruhiger angehen zu lassen. Nach gut 45 Minuten kamen die beiden erfolglos wieder aus dem Wasser. Wir beschlossen den Strand zu wechseln.
Wir entschieden uns für Aaro Sund. Dort gibt es eine konstante Strömung, die stetig kühles Wasser nah an die Küste transportiert. Das könnte doch schon eher klappen. Am Strand angekommen maßen wir von 19 Grad. Die Strömungskante konnten wir recht bequem erreichen - dementsprechend waren wir zuversichtlich. Gleich nach ein paar Würfen bekam Paddy eine Meerforelle an seinen Wobbler. Verlor Sie aber nach kurzem Drill wieder. Jetzt waren wir noch motivierter und fischten die Strömungskante systematisch ab. Doch leider tat sich bis auf wenige Zupfer gar nichts mehr. Wir sahen oft Fische an der Oberfläche, aber keiner wollte unsere Fliege nehmen. Auch in den folgenden Morgenstunden passierte nichts.
Nachdem die Sonne recht hoch stand, packten Marc und ich schon mal in Ruhe unsere Klamotten zusammen, während Paddy und Andree ihr Glück hinter dem Hafen versuchten. Dort konnten sie weit hinauswaten und standen mitten zwischen vielen Tangfeldern. Tatsächlich konnte Andree einen Grönländer aus den Tangfeldern locken und schließlich landen. Sie biss auf seine Lieblingsfliege "Magnus". Eine weitere Meerforelle verlor Andree im Drill und das mitten am Tag bei Sonnenschein und wenig bewegtem Wasser. Dies zeigt, dass man sich nicht immer an die weitläufige Meinung halten muss, dass Meerforellen im Sommer nur in der Dämmerung oder nachts beißen. Vielleicht sollte man es öfter darauf ankommen lassen und es auch mal am helligten Tag mit hohen Luft- und Wassertemperaturen mit der Fischerei probieren.
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