Am vorletzten Tag hingen wir alle etwas in den Seilen. Morgens und den Vormittag haben wir gefischt und so war der Rest des Tages zum Ausruhen und Schlafen gebucht. Doch während einige schliefen, hielt Andree es nicht aus. Rein in die Watklamotten und ab ans Wasser. Rechts von unserem Hausriff konnte er dann einen schönen blanken Fisch mit seiner Magnus überlisten. Nach dem Schläfchen war ich fit und bereit für große Taten. Ich schlüpfte in die Wathose und machte mich fertig. Noch etwas unmotiviert zog auch Marc sich an. Mit Fliegenrute bewaffnet ging es dann zu Fuß an den nahe gelegenen Strand. Dort angekommen sahen wir zwei Fliegenfischer an der Spitze des Riffs stehen.
Also stiegen in der Bucht ins Wasser und fischten uns Richtung Riff. Bereits nach wenigen Minuten hatte ich den ersten Kontakt. Das machte uns Mut und so fischten Marc und ich weiter. Kurz vor dem Riff hatte dann auch Marc Kontakt und konnte einen Grönländer fangen. Eigentlich doch ganz ordentlich für eine kurze Fischerei vor dem Abendessen. Da wir die Jungs auf dem Riff nicht stören wollten, überquerten wir ca. 15 Meter hinter ihnen das Riff und machten auf der anderen Seite weiter. Dort hatte ja auch Andree seinen Fisch gefangen. Nur einige Würfe machte ich und meine Fliege hing fest. Dachte ich zumindest. Es war schon fast dunkel und im nur hüfttiefen Wasser hatte ein großer Fisch meine Fliege genommen. Die große Schwanzflosse durchbrach die Wasseroberfläche und sie zum Kochen. Der Fisch schien aber sehr überrascht von der Gegenwehr seiner Mahlzeit und so zog er ruhig seine Kreise. Mittlerweile hatten auch die beiden Fliegenfischer von der Riffspitze erkannt, dass ich einen großen Fisch drillte. Da wir keinen Kescher dabei hatten und es schon fast dunkel war, liehen wir uns ihren Kescher. Nach einigen Versuchen konnte Marc den Fisch keschern und wir sahen sofort den riesigen Körper schimmern. Mit Mühe schleppte ich den schweren Fisch an den Strand. Und da lag er. Eine riesige Meerforelle, blank und einfach wunderbar. Ungläubig starrten 8 Augen auf diesen Traumfisch. Maßband und Waage hatten wir im Haus gelassen. Mit "geschultertem" Fisch und den Schweriner Jungs im Schlepptau machten wir uns auf zum Ferienhaus. Wir ließen alle Mann auf der Terasse zum Wiegen und Messen antreten. Der Fisch war genau 90 cm lang und wog satte 8,6 Kilo!
Diesen unglaublichen Fisch feierten bis in die Nacht bei reichlich Bier und Bommi-Pflaume. Auch wenn ich mit großer Wahrscheinlichkeit den Fisch meines Lebens schon jetzt gefangen habe, werde ich immer an diesen Abend denken. Vielen Dank an alle, die dabei waren. Und wer weiß, wer wann den nächsten Traumfisch fängt.
Tight lines,
Sven

